Ungefähr ab den 80iger Jahren haben sich immer mehr Menschen
öffentlich dazu bekannt, Opfer von sexuellen Mißbrauchs zu sein. Ein Tabu
wurde gebrochen und mit Erschrecken wurde festgestellt, das es mehr Opfer
gibt als gemeinhin erwartet oder geglaubt. Täter sind in den meisten Fällen Familienangehörige oder sehr nahestehende andere Personen. Nicht nur Männer mißbrauchen, auch einige Frauen gehören zu der Tätergruppe. Nicht nur Mädchen werden mißbraucht- auch Jungen fallen diesem Wahnsinn zum Opfer. Es gibt kein Land, keine Stadt auf dieser Welt, wovor dieser Wahnsinn Halt macht- Mißbrauch kennt keine Grenzen. Weder in der geographischen Lage noch in der gesellschaftlichen Stellung noch im Geschlecht der Täter und Opfer. Seit des Zeitalters des Internet ist auch die Kinderpornographie und der Verkauf massiv angekurbelt worden. Die Anonymität des Netzes läßt viele Händler von Kinderpornographie in einem wahren Paradies leben. Aber nicht "nur" Bilder und Videos von mißbrauchten Kindern werden verkauft- es werden auch Kinder als solches angeboten. Die "Käufer" können sich die Kinder wie in einem Katalog aussuchen, sie bestellen, sie bezahlen und sie dann quälen, mißbrauchen, weiterverkaufen oder sogar töten. Man fragt sich was in solchen Individuen eigentlich vorgeht- sowohl in den "Verkäufern" als auch in den "Käufern". Und man fragt sich was diese Kinder erleiden müssen und ertragen müssen- und man mag es sich gar nicht vorstellen. Dabei sind die Händler immer "pfiffiger" geworden. Sie entführen nicht mehr jedes x-beliebige Kind auf der Strasse und versuchen es dann an den "Mann" bzw. an die "Frau" zu bringen- nein- es gibt diese, die auf Spielplätzen oder Kindergärten, Schwimmbädern oder sonstwo lauern. Sie beobachten die Kinder, machen Fotos von ihnen, finden heraus wo sie wohnen. Diese Fotos kommen dann ins Netz- und erst wenn sich ein potentieller "Kunde" für das Kind interessiert und es sozusagen "bestellt", wird es entführt und verkauft. Aber wie ich schon oben sagte- die häufigste Form von Mißbrauch ist der, der in der eigenen Familie oder im persönlichen Umfeld passiert. Was kann man also machen? Wie kann man sein Kind schützen? Einen hundertprozentigen Schutz wird es wohl leider nie geben. Ein Kind ständig zu behüten, es rund um die Uhr zu bemuttern und es nie alleine zu lassen kann genauso falsch sein wie es ständig an der "Langen Leine" zu haben. Extreme sind nie gut- ein Mittelweg ist der richtige.
Ein Kind mit wenig Selbstvertrauen ist ein ideales Opfer
für Mißbrauch jeglicher Art. Wenn dazu das Kind nicht die Möglichkeit
oder den Mut hat, sich anzuvertrauen, wird das, was ihm passiert, nicht
an die Oberfläche kommen. So ist es auch wichtig, dem Kind ganz früh zu
erklären, das es gute und schlechte Geheimnisse gibt. Und worin der Unterschied
besteht. Gute Geheimnisse sind schön, sie tun gut, sie machen Spaß. Schlechte
Geheimnisse sind die, die weh tun, die Angst machen, die böse sind. So
oder anders kann man seinen Kindern erklären, das schlechte Geheimnisse
keine echten Geheimnisse sind und das man über sie reden muß. Das Kind
muß das Gefühl haben, das es JEDERZEIT und IMMER über seine Geheimnisse
sprechen kann und das die guten Geheimnisse auch wirklich bei dem bleiben,
dem sie erzählt werden. Das Kind muß VERTRAUEN haben. Und man darf dieses
Vertrauen nicht zerstören. Kinder merken sich sowas- auch wenn man als
Erwachsener schon lange an was anderes denkt. Und gerade Täter versuchen
aus ihrer Tat ein "Geheimnis" zu machen- mit dem Opfer als Verbündeten.
Und sie stellen das ausplaudern dieses Geheimnisses unter Strafe- üben
Druck aus und schildern in den schillernsten Farben, was alles schlimmes
passiert wenn das Kind über die Tat spricht. Und das Kind glaubt. Viele Eltern- gerade Väter - haben sich gefragt: Kann ich eigentlich noch mit meinem Kind schmusen, mit ihm baden, es küssen und herzen ohne gleich als potentieller Täter angesehen zu werden? Natürlich kann, darf und soll das jeder Vater und jede Mutter um dem Kind seine Liebe zu zeigen. Kinder brauchen Berührungen, Streicheleinheiten und den generellen Kontakt. Aber dahinter steckt natürlich die Frage: Wann fängt Mißbrauch an? Mißbrauch fängt da an, wo ein Erwachsener oder Jungendlicher Handlungen an einem Kind vornimmt oder vornehmen läßt, die auf seine eigene Befriedigung abzielen und/oder die gegen den Willen des Kindes geschehen. Mißbrauch ist also nicht nur die Extremform, wo es bis
zu der Vergewaltigung des Kindes kommt. Mißbrauch fängt schon viel früher
an.
Das alles ist Mißbrauch- und es gibt dafür noch sehr viel mehr Beispiele. Und jede Form des Mißbrauchs kann das Kind nachhaltig schädigen, seine Seele so verletzen das es immer wieder davon eingeholt wird. Auch Situationen können sehr wohl unverfänglich sein als auch zu einem Mißbrauch ausarten. Nehmen wir mal folgende Situation: Ein Mädchen sitzt bei einem Mann auf dem Schoß- sie spielen Hoppe Reiter. Eigentlich eine unverfängliche Situation die niemanden schadet sondern allen Beteiligten sehr viel Spaß bringt. Hier ist der Mann kein Täter, sondern Spielkamerad.
Was ich persönlich noch sehr wichtig finde, wenn man selber
Kinder hat:
So, das waren also meine persönlichen Anmerkungen- gerade auch als Mutter- und ich hoffe dem einem oder anderen damit ein wenig weitergeholfen zu haben. Was vielleicht noch fehlt ist das Thema: Wie erkenne ich, das mein Kind mißbraucht wurde? Dazu werde ich sicherlich noch etwas schreiben, allerdings später.
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